Ausser Frage steht heute, dass allseits beliebte Musikwettbewerbe Hochkonjunktur haben: Bekannt sind die TV-Formate wie "Deutschland sucht den Superstar", "Unser Star für Baku", "Der Grand Prix der Volksmusik", "Das Supertalent" und viele weitere.
Während bei diesen der (inter-)nationale Ruhm und das schnelle Geld für die Künstler, die Einschaltquoten und die Werbeplattform für die Sender und der Voyeurismus und Gespräche im Bus/Zug oder am Mittagstisch bei den Zuschauern im Mittelpunkt stehen, so gibt es auch in unserem Bereich Musikwettbewerbe (Einzel- oder Gruppencontests), die grosse Beachtung finden, aber über die kaum einmal sinniert wird.
Das soll an dieser Stelle nachgeholt werden. Für einen Musikwettbewerb spricht ganz klar, dass sich der einzelne Teilnehmer in der Übungsphase zweifellos verbessern und sich andere Musiker als Vorbild nehmen kann (schliesslich gibt es auch jenseits der Grenze zu Tentlingen gute Musiker). Des Weiteren bekommt der Musiker eine grosszügige Plattform, auf welcher er sich präsentieren kann, und das Publikum sich für die von ihm gezeigte Leistung dankbar zeigt. Wenn er noch gewinnt, dann ist alles erreicht, moralisch, finanziell und persönlich.
Dagegen spricht, dass Musik und Wettbewerb einfach nicht zusammen passen. Dies beginnt bei der einfachen Tatsache, dass sportliche Leistungen genau gemessen werden können, währenddem in der Musik ein immens grosser Handlungsspielraum vorhanden ist und deren Bewertung von Tag zu Tag variieren kann. Und so können Sieger auch sehr zufällig zustande kommen. Über die Folgen solcher Bewertungen haben sich weit grössere Philosophen, als ich es bin, bereits den Kopf zerbrochen und es ist bisweilen auch zu tumultartigen Anfeindungen in der Tagespresse und an Empfangsstellen von Musikwettbewerben gekommen. Vielleicht fühlen sich einzelne Wettbewerbsteilnehmer in ihrer Eitelkeit verletzt, sollte das Resultat nicht ganz nach deren Wünschen zustande gekommen sein.
Ganz vergessen wird in der ganzen Diskussion, dass Musikwettbewerbe an mittelalterlichen Höfen und im weiteren Sinne auch in der spätrenaissance anmutenden Kirche abgehalten wurden, währenddem in der Hip-Hop-Kultur die Wettbewerbe ("Battles") unter (verfeindeten) Gang-Mitgliedern ein guter Ersatz für Waffen und deren tödlichen Folgen waren. Hier liegen also seltsame Nährböden der heutigen Wettbewerbs-Kultur.
Braucht es wirklich Aktualisierungen dieser alten und unmoralischen Musikpraxis? Oder könnte man diese vielmehr durch ein friedliches Miteinander ersetzen, bei dem es nicht um Punkte, sondern um Unterstützung, konstruktive Kritik und Beisammensein geht?
Während bei diesen der (inter-)nationale Ruhm und das schnelle Geld für die Künstler, die Einschaltquoten und die Werbeplattform für die Sender und der Voyeurismus und Gespräche im Bus/Zug oder am Mittagstisch bei den Zuschauern im Mittelpunkt stehen, so gibt es auch in unserem Bereich Musikwettbewerbe (Einzel- oder Gruppencontests), die grosse Beachtung finden, aber über die kaum einmal sinniert wird.
Das soll an dieser Stelle nachgeholt werden. Für einen Musikwettbewerb spricht ganz klar, dass sich der einzelne Teilnehmer in der Übungsphase zweifellos verbessern und sich andere Musiker als Vorbild nehmen kann (schliesslich gibt es auch jenseits der Grenze zu Tentlingen gute Musiker). Des Weiteren bekommt der Musiker eine grosszügige Plattform, auf welcher er sich präsentieren kann, und das Publikum sich für die von ihm gezeigte Leistung dankbar zeigt. Wenn er noch gewinnt, dann ist alles erreicht, moralisch, finanziell und persönlich.
Dagegen spricht, dass Musik und Wettbewerb einfach nicht zusammen passen. Dies beginnt bei der einfachen Tatsache, dass sportliche Leistungen genau gemessen werden können, währenddem in der Musik ein immens grosser Handlungsspielraum vorhanden ist und deren Bewertung von Tag zu Tag variieren kann. Und so können Sieger auch sehr zufällig zustande kommen. Über die Folgen solcher Bewertungen haben sich weit grössere Philosophen, als ich es bin, bereits den Kopf zerbrochen und es ist bisweilen auch zu tumultartigen Anfeindungen in der Tagespresse und an Empfangsstellen von Musikwettbewerben gekommen. Vielleicht fühlen sich einzelne Wettbewerbsteilnehmer in ihrer Eitelkeit verletzt, sollte das Resultat nicht ganz nach deren Wünschen zustande gekommen sein.
Ganz vergessen wird in der ganzen Diskussion, dass Musikwettbewerbe an mittelalterlichen Höfen und im weiteren Sinne auch in der spätrenaissance anmutenden Kirche abgehalten wurden, währenddem in der Hip-Hop-Kultur die Wettbewerbe ("Battles") unter (verfeindeten) Gang-Mitgliedern ein guter Ersatz für Waffen und deren tödlichen Folgen waren. Hier liegen also seltsame Nährböden der heutigen Wettbewerbs-Kultur.
Braucht es wirklich Aktualisierungen dieser alten und unmoralischen Musikpraxis? Oder könnte man diese vielmehr durch ein friedliches Miteinander ersetzen, bei dem es nicht um Punkte, sondern um Unterstützung, konstruktive Kritik und Beisammensein geht?
RSS Feed